#19 Veränderung ist weiblich

Viele Wirtschaftsmagazine sind derzeit voll mit Porträts von Frauen in Top-Positionen und auch Institutionen wie das Zukunftsinstitut sprechen vom „Female Shift“, wonach der Einfluss von Frauen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik immer größer wird. Dahinter steht sicherlich ein Trend, der durch die viel diskutierte Frauenquote, Anlässe wie den Weltfrauentag und die wachsende Ambition junger Frauen, die Karriereleiter nach oben zu klettern, angeheizt wird. Doch ich vermute noch einen anderen Grund: Qualitäten, die eher Frauen zugeschrieben werden, sind jetzt – in dieser Zeit des Wandels und der Krise – enorm wichtige Kompetenzen, um mit den großen Veränderungen dieser Zeit umgehen zu können.

Frauen kennen Veränderung wie ihre Westentasche – sie bewegen sich im Laufe ihres Lebens in natürlichen Zyklen und emotionalen Schwankungen. Ich habe mich in meiner Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Frauen und durchaus auch bei mir selbst auf die Suche begeben, welche Stärken Frauen mitbringen, die sie für die Zukunft der nachhaltig erfolgreichen Unternehmen unentbehrlich machen.  Hier sind fünf davon:

Frauen sprechen heikle Themen an

Frauen sind in unterschiedlichsten Beziehungen oft für die Weiterentwicklung zuständig. Dafür ist es wichtig, rechtzeitig heikle Themen anzusprechen, anstatt sie unter den Tisch fallen zu lassen. Diese Eigenschaft ist zu Beginn eines Change Prozesses manchmal ein regelrechter Segen, denn nur wenn die Situation ehrlich beleuchtet wird und auch die Tabu-Themen sichtbar werden, kann man passende Maßnahmen in Richtung eines Veränderungszieles beschließen.

Frauen hören zu

Ebenfalls wichtig für den Start eines Change Prozesses ist die Fähigkeit, wertfrei zuzuhören. Während die männliche Qualität gerne sofort aktiv wird, sobald die ersten Worte vernommen wurden, hat die weibliche Qualität deutlich mehr Zeit fürs Zuhören. Dies bringt einen enormen Informationsvorsprung und nebenbei fühlen sich Menschen sehr wertgeschätzt und angenommen, wenn sich jemand möglichst wertfrei auf ihre Geschichte einlässt.

Frauen sind emotional

Nachdem Frauen meist selbst gut auf dem Gefühlsklavier spielen können, sind sie meist auch nicht überrascht, wenn andere emotional werden. Spinnt jemand, hören sie kurz zu und kehren zurück zur Sache. Hat jemand Angst vor den Neuerungen, sind sie verständnisvoll und mitfühlend und erklären noch einmal das Projektziel. Freut sich jemand, freuen sie sich mit! Wenn Gefühle in Change Projekten auftauchen, wird es in vielen Organisationen schwierig – Frauen sind hier eigentlich in ihrem Element und eine natürliche Stütze für alle Beteiligten!

Frauen beziehen andere ein

Ich weiß, Frauen haben den Ruf, Zickenkriege anzuzetteln. Ich kann das aus meiner Erfahrung allerdings nicht bestätigen, sondern erlebe Frauen als Personen, die andere Menschen gerne einbinden, um Rat fragen und kooperieren. Dieser ganzheitliche Blick und das Verständnis für verschiedene Perspektiven schaffen enormes Vertrauen bei Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und sorgen für die notwendige Motivation in komplexen Veränderungsprozessen.

Frauen sind zäh

Und schließlich haben Frauen noch eine ganz wichtige Eigenschaft für Change-Projekte: Sie sind zäh, ausdauernd und hartnäckig und gemeinsam mit dem ihnen eigenen Organisationtalent, mit dem sie auch Business, Familie, Sport und sonstiges unter einen Hut zaubern, gelingt es ihnen sicherlich auch in Veränderungsprozessen, die Menschen in der Organisation konsequent in eine neue Richtung zu begleiten.

Männer werden jetzt vermutlich anmerken, dass auch sie all diese Eigenschaften haben und das stimmt auch. Jeder Mann hat weibliche Qualitäten in sich und umgekehrt haben auch Frauen männliche Qualitäten in sich. Dennoch sind die genannten Eigenschaften jene, die ich bei vielen Frauen als Stärken in Veränderungen beobachtet habe und auch mir selbst im Change Management bereits wertvolle Dienste geleistet haben.

Liebe Frauen, bitte bringt eure Stärken jetzt in die Wirtschaft ein, sie werden gebraucht! Es ist keine Selbstverständlichkeit, aufmerksam zuzuhören, Klartext zu reden, andere vertrauensvoll in wichtige Projekte einzubeziehen und bis zum Schluss durchzuhalten – dies sind wertvolle Qualitäten, die geschätzt und honoriert werden dürfen!

Herzliche Grüße,

Mira Meiler

 

Foto: pixabay

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